Harmonische Rede (Kommunikation)

26. „Und was, Freunde, ist harmonische Rede? Enthaltung von unwahrer Rede, Enthaltung von böswilliger Rede, Enthaltung von groben Worten, und Enthaltung von sinnlosem Geschwätz – dies wird Richtige Rede genannt.“[1]

Dem Grundsatz nach geht es hier um die vier Punkte[2]:

Enthaltung von unwahrer Rede:

„Da, Cunda, ist einer ein Lügner. Befindet er sich in einer Gemeindeversammlung, in einer (anderen) Zusammenkunft, unter Verwandten, in der Gilde, oder wird er vor Gericht geladen und als Zeuge befragt: ‚Komm, lieber Mann, sage aus, was du weißt!‘, so sagt er, obwohl er nichts weiß: ‚Ich weiß es‘, oder wenn er etwas weiß: ‚Ich weiß es nicht‘. Obwohl er nichts gesehen hat, sagt er ‚Ich habe es gesehen‘, oder wenn er etwas gesehen hat: ‚Ich habe es nicht gesehen‘. So spricht er um seinetwillen oder um eines anderen willen oder um irgendeines weltlichen Vorteils willen eine bewußte Lüge.“

Enthaltung von böswilliger Rede:

„Er ist ein Zwischenträger: was er hier gehört hat, erzählt er dort wieder, um diese zu entzweien; und was er dort gehört hat, erzählt er hier wieder, um jene zu entzweien. So entzweit er die Einträchtigen, hetzt die Entzweiten auf, findet Freude, Lust und Gefallen an Zwietracht, und Zwietracht fördernde Worte spricht er.“

Enthaltung von groben Worten:

„Er bedient sich roher Worte; Worte, die scharf sind, hart und andere verbittern, die von Verwünschungen und Gehässigkeiten erfüllt sind und nicht zur Sammlung des Geistes führen: solcher Worte bedient er sich“,   und

Enthaltung von sinnlosem Geschwätz:

„Er ist ein Schwätzer, redet zur Unzeit, unsachlich, zwecklos, nicht im Sinne der Lehre und Zucht; er führt Reden, die wertlos sind, unangebracht, ungebildet, unangemessen und sinnlos.“

Hier geht es jedoch nicht nur um eine liebenswerte Art, mit anderen zu kommunizieren, sondern auch mit uns selber, unseren „inneren Dialog“. Eine liebevolle Ansprache an uns selbst ist besonders dann hilfreich wenn es darum geht, uns selbst zu vergeben.

Jede Art von Selbstkritik oder Ärger, Widerwillen, Sorge, Angst, Unlust, Ablehnung und jede Spielart von „Ich will die Dinge anders als sie jetzt-hier sind“, die wir in Bezug auf uns selber äußern, bedeutet: Herausfallen aus der inneren Harmonie des gegenwärtigen Momentes. Dies wiederum unterstützt uns in dem Glauben an daran, dass wir unser Ego, das Konzept, das wir von uns haben, sind und führt zu exzessivem Anhaften und Grübeln. Dadurch verhärtet sich unser Geist uns selbst gegenüber und auch gegenüber unserer Umwelt.

Meditation, d.h. die Praxis mentaler Höherentwicklung, ist das Erlernen, die Ereignisse des gegenwärtigen Momentes liebevoll anzunehmen, und diese liebevolle Annahme uns und jedweder Person, mit der wir grade zusammen sind, mitzuteilen. Und wer ist die Person, mit der wir am meisten Zeit verbringen? Wir selber! Also sollten wir wirklich beginnen, liebevoll und gütig zu uns selbst zu sein, unser „inneres Kind“ zu pflegen und lieb zu haben.

„Niemand, der sich selbst wahrhaft liebt,

wird je einem anderen Wesen Leid zufügen“ (Buddha)

 

„Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst“ (Jesus)

 Unter Harmonischer Kommunikation ist schließlich auch zu verstehen, achtsam darauf zu sein, den Anderen nicht mit dummem und sinnlosem Geschwätz zu belästigen oder von seiner eigenen Achtsamkeit abzulenken; zudem zu vermeiden, durch Erlebnisberichte wie den morgendlichen Stau, die eigene Ehekrise oder andere unangenehme Situationen andere Menschen an unserem Leid Teil haben zu lassen, ohne dass sie uns dazu eingeladen haben. Die moderne Psychologie weiß: Alles was uns zugetragen wird fasst unser Geist zunächst als eigenes Erleben auf! Das ist das Grundprinzip von Mitleid. So wenig jedoch, wie ich unter dem Leid eines anderen leiden möchte, möge der andere unter meinem Leid leiden. Wir alle wollen gar nicht leiden. Daher ist Harmonische Kommunikation so wichtig.

„Ich aber sage Euch, die Menschen müssen Rechenschaft ablegen am Jüngsten Tag

über jedes unnütze Wort, das sie gesprochen haben. Aus Deinen Worten wirst Du

gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst Du verdammt werden“

(Matth. 12, 36)

 „… denn Sankt Augustinus spricht: ‚Alle Gedanken und Worte, die ich rede,

die weder mir noch meinem Nächsten zur ewigen Seligkeit nütze sind,

weisen mich auf den Weg zur Hölle’.“

(Meister Eckhart)

 

„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte,

denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen,

denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten,

denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter,

denn er wird Dein Schicksal“.

(Talmud)


[1] MN 141

[2] AN (= Anguttara Nikaya = angereihte Lehrredensammlung) 10, 176

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