Harmonisches Sich-Bemühen

MN 77 (Die Großen Vierzig)

16. „Wiederum, Udàyin, habe ich meinen Schülern den Weg zur Entfaltung der vier harmonischen Anstrengungen verkündet. Da erweckt ein Bhikkhu

Eifer um das Nichtentstehen noch nicht entstandener übler, unheilsamer Geisteszustände,

und er bemüht sich, bringt Energie hervor, strengt seinen Geist an und setzt sich ein. Er erweckt

Eifer um das Überwinden bereits entstandener übler, unheilsamer Geisteszustände,

und er bemüht sich, bringt Energie hervor, strengt seinen Geist an und setzt sich ein. Er erweckt

Eifer um das Entstehen noch nicht entstandener heilsamer Geisteszustände, und er bemüht sich, bringt Energie hervor, strengt seinen Geist an und setzt sich ein. Er erweckt

Eifer um das Beibehalten, das Nicht-Verschwinden, die Stärkung, das Anwachsen, die Entfaltung und Vervollkommnung bereits entstandener heilsamer Geisteszustände,

und er bemüht sich, bringt Energie hervor, strengt seinen Geist an und setzt sich ein.

Und dadurch verweilen viele meiner Schüler, nachdem sie die Krönung und Vervollkommnung der höheren Geisteskraft erreicht haben.“

Auf diese vier Punkte möchte ich näher erst im Rahmen der methodischen Meditation eingehen. Grundsätzlich kann man sicher sagen, es ist hierunter der wirklich ganz reale Energieaufwand verstehen, den es braucht, um sich auf dem spirituellen Weg vorwärts zu bewegen; hierunter fallen Motivation, Begeisterung, Interesse, Freude, aber auch Ausgeruhtheit und gute Ernährung als körperliche Faktoren.

Konkreter (und das ist der Aspekt, der in der Meditation so sehr trainiert werden soll, dass er während der gesamten Wachzeit eben auch im Alltag angewandt werden kann) geht es darum, stets und immerzu so achtsam und wachsam zu sein, dass wir sofort erkennen, wenn ein unheilsamer / negativer Gedanke in uns aufsteigt, ihn dann nicht weiterdenken (= loslassen), uns kurz entspannen, da Gedanken (zB an die Steuererklärung oder an eine bevorstehende Prüfung oder was auch immer) immer eine Spannung und somit ein unbehagliches Gefühl in uns auslösen (vgl. das Bedingte Entstehen) und wieder zu der Aufgabe oder Tätigkeit zurück kommen, die der gegenwärtige Moment für uns bereit hält. In einer Übersicht sieht das so aus:

Harmonische Anstrengung                        Meditative  Umsetzung

Eifer um das Überwinden bereits entstandener übler, unheilsamer Geisteszustände

(= Überwindung von Negativem)

Bemerken und Loslassen dessen, was uns vom Gegenstand der Betrachtung (= Meditationsobjekt) ablenkt
Eifer um das Entstehen noch nicht entstandener heilsamer Geisteszustände,

(= Hervorbringen von Postitivem)

Wir entspannen Geist und Körper und Lächeln; damit öffnen wir uns für das sanfte Zurückkehren zum Gegenstand der Betrachtung
Eifer um das Beibehalten, das Nicht-Verschwinden, die Stärkung, das Anwachsen, die Entfaltung und Vervollkommnung bereits entstandener heilsamer Geisteszustände

(= Erhaltung des Positivem)

Wir kommen zum Objekt der Betrachtung zurück, welches uns ganz im Jetzt-Hier verweilen lässt. Heiterkeit unterstützt diesen Vorgang
Eifer um das Nichtentstehen noch nicht entstandener übler, unheilsamer Geisteszustände

(Negatives gar nicht erst entstehen lassen)

Wir verweilen in Achtsamkeit in der reinen Betrachtung der Ereignisse des gegenwärtigen Momentes und bemühen uns sanft, im Zustand der Erkenntnis zu verweilen.

Tritt eine Störung auf (etwas Unheilsames), beginnen wir von vorn.

Auf all das gehe ich – wie gesagt – unter „Meditation“ sehr präzise ein.

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