Ame ni mo makezu: Selbst dem Regen trotzen

Auf dieses wundervolle Gedicht stieß ich heute, und es hat mich so außergewöhnlich berührt, dass ich es gern mit Euch teilen möchte:

Selbst dem Regen trotzen

und dem Wind

sowohl dem Schnee als auch der Hitze des Sommers

mit einem widerstehenden gesunden Körper

Ohne Begierde

Niemals zürnend

Immer friedlich lächelnd

Täglich vier Schalen unpolierten Reis und

Miso und etwas Gemüse zu essen

Mein Möglichstes tun

Nicht an mich selbst denken

Gut hinschauen und hinhören und verstehen

und nicht vergessen

Im Schatten des Kiefernhains auf der Wiese

in einer kleinen schilfgedeckten Hütte sein

Wenn im Osten ein krankes Kind ist

hingehen und am Krankenbett wachend helfen

Wenn im Westen eine erschöpfte Mutter ist

hingehen und ihr Reisbündel schultern

Wenn im Süden ein sterbender Mensch ist

hingehen und sagen, er braucht keine Angst zu haben

Wenn im Norden ein Kampf oder ein Rechtsstreit ist

sagen, mit dem Nichtswürdigen aufzuhören

In Zeiten der Dürre Tränen vergießen

Im kalten Sommer ratlos umhergehen

Von allen Dummkopf geheißen werden

Nicht gelobt werden

Keinen Kummer verursachen

So ein Mensch

möchte ich werden

 

Miyazawa Kenji

 Mögen alle Wesen glücklich sein

Metta sendet

„Phra“ Michael

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