Frieden, Frieden … einfach nur Frieden

Es geht nicht darum,

das Handeln in der Welt abzulehnen und die Stille zu suchen.

Sei weit und offen wie der Himmel

und bring Dich in Übereinstimmung mit dem Äußeren.

Dann wirst Du auch in der Hektik dieser Welt in Frieden sein.

(Zen-Meister Yüan-wu)

Rast- und Ruhelosigkeit – wer von uns kennt sie nicht? Wer kennte nicht diesen Hetzhund, der uns immer weiter vorantreibt, immer auf der Suche. Suche wonach? Wenn ich mich umschaue, denke ich oft: Wer weiß schon, was er sucht – was er eigentlich sucht? Vielleicht ahnen Einige, dass es eine verzweifelte Suche nach Ruhe ist. Sie sagen: „Wenn ich das erst erreicht hab, hab ich meine Ruhe, dann kann ich mich zurücklehnen, dann ist alles gut.“ Doch es funktioniert nicht … weder Prestige noch Reichtum, noch Anerkennung, noch Macht, noch Einfluss setzen der Suche final ein Ende. Wir können heiraten und Kinder zeugen, die Welt umsegeln oder was auch immer – schlussendlich führt es zu gar nichts. Die Gefahr liegt dabei – fast amüsanter Weise – lediglich in unseren Glückshormonen, die immer dann produziert werden, wenn wir etwas erlangt haben, was wir angestrebt haben; aber alles ist vergänglich, und auch Glückshormone werden irgendwann vom Körper abgebaut. Was bleibt? Die Sucht nach einer neuen Befriedigung – „Sucht“ kommt nicht von Suchen, sondern von Siechen! Und in diesem Siechtum des ewigen Dranges nach Befriedigung und Produktion von Glückshormonen leben die meisten von uns.

Frieden, ein für alle Mal Frieden ist nur zu erlangen, wenn wir die Suche nach all diesen weltlichen Dingen endgültig drangeben. Dabei ist nicht einmal das „Haben“ selbst das Problem, sondern die Gedanken, die stets nur kreisen um das Habenwollen und um das Behaltenwollen. „Und wehe, es will mir jemand etwas streitig machen“ – so entsteht Hass.

„Wenn sich die Gedanken erheben, erheben sich alle Dinge. Schweigen die Gedanken, so schweigen alle Dinge“. All unsere Motivationen, Antriebe, ja auch die Emotionen, die Ideen, Vorstellungen, all das entsteht aus den Gedanken. Und wir nehmen sie mit, wo immer wir uns hin bewegen. „You always take the weather with you“, ob im Kloster in Thailand, auf einer einsamen Insel, oder im tiefsten Wald.

Frieden aber ist im Innen. Er muss weder hergestellt werden, noch muss man ihn groß suchen. Er ist da – er ist unser Wesenskern. Er kann nur unser Wesenskern sein, weil er Eins ist mit dem Alles, in welchem alles seine „Insichstimmigkeit“ besitzt – jenseits unseres Verstehens. Im Alles gibt es keine Dualität, keine Religion, keine Kasten, kein Spiel von „guter Gott – böser Gott“, da ist nur der letztendliche Urgrund des Einen. Und jeder von uns kann jederzeit dorthin gelangen. Nur, durch das Schweigen der Gedanken. Durch das ruhige, selbst-lose Beobachten der Vorgänge, wie sie um uns herum und in uns geschehen. Die Dinge nicht zu beurteilen, sondern sie in ihrer Existenz zu würdigen, wie sie sich eben zutragen, das ist Liebe zu allen Dingen. In diesem Moment der Liebe nähert man sich der Ewigkeit, wird selbst zur Ewigkeit in jenem jetzigen Moment, in dem Vergangenes, Gegenwärtiges und Künftiges miteinander verschmelzen und das Göttliche sich offenbart. Wenn wir selbst dem hasserfülltesten Gedanken erlauben, zu erscheinen ohne irgendeinen Widerwillen, ohne irgendetwas verändern oder kontrollieren zu wollen, wissend: NICHTS KANN SEIN, WENN ES NICHT GOTTES WILLE IST“, dann gehen wir nach und nach ein in Gott – das ist „unio mystica“, wie es die Christen nennen. oder „wudschud“, wie es der Islam nennt.

Alle, was es für uns dabei zu tun gilt, ist zu beobachten, wie sich unsere Aufmerksamkeit zu den Erscheinungen hin bewegt, versucht an ihnen anzudocken; daraus entsteht Gefühl, aus Gefühl wird Habenwollen, aus Habenwollen wird Ich-Identifikation, und nur, wo ein Ich ist, da ist wiederum ein Habenwollen. Diese Kette ohne Unterbrechung zu beobachten, ist wohl verstandene Achtsamkeit. Und sie führt uns hin zum Frieden und zur Liebe.

Friede ist Liebe – Liebe ist Friede … in der Einheit des Einen Geistes.

Ich wünsche uns allen, dass wir irgendwann einfließen in die unendliche Liebe des Tao, des Kosmos, des … es ist nicht wichtig, wie man es nennt – am Besten gar nicht 😉

Eine gute Woche wünscht Euch

Mit Metta

„Phra“ Michael

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