Getting lost …

Kürzlich war ich in meiner Heimatstadt unterwegs mit dem Fahrrad. Und obwohl ich sie nach 45 Jahren kenne wie meine Westentasche, ergab es sich, dass ich mich verfuhr. Ich befand mich auf vollkommen unbekanntem Terrain und hatte nicht die geringste Ahnung, wie ich wieder in Richtung Stadtzentrum gelangen würde. Ich fuhr und fuhr, mal nach Norden, mal nach Süden, mal nach Westen, mal nach Osten – aber nichts von dem, was ich sah, kam mir im Entferntesten bekannt vor. Irgendwann blieb ich stehen und überlegte, was ich denn nun tun sollte. Und wie ich da so mit meinem Fahrrad stand, sah ich eine Frau und einen Mann in einiger Entfernung, die sich unterhielten, und ich dachte darüber nach, sie einfach nach dem Weg zu fragen. Aber irgendetwas hielt mich noch davon ab. Doch plötzlich sah ich da fünf buddhistische Mönche, die, sehr eiligen Schrittes (fast schon im Laufschritt), eine Straße in Richtung eines Gebäudes überquerten. Ich dachte bei mir: „Ok, die werde ich jetzt nach dem Weg fragen.“ Ich fuhr zu ihnen hin, bat sie kurz anzuhalten, sie blieben etwas unwillig stehen, und ich fragte sie – da sie offensichtlich Asiaten waren auf Englisch – nach dem Weg. Einer von ihnen begann in erstaunlich gutem Englisch, mir den Weg zu beschreiben. Die Sache hatte nur einen Haken: Er beschrieb mir den Weg rein theoretisch, so, als habe er aus einem Reiseführer auswendig gelernt, wie man ins Stadtzentrum gelangt, nannte die Straßennamen, erklärte, an welchen Gebäuden und Parks man vorbei käme … alles hoch präzise. Nicht aber sagte er mir, wo genau wir uns überhaupt befänden und in welche Richtung ich mich von hier aus auf den Weg machen müsse. Nach seinen Ausführungen eilten die Mönche in das Gebäude – und ich stand wieder da … so schlau wie vorher. Und auch der Mann und die Frau waren inzwischen verschwunden. In diesem Moment erwachte ich aus meinem Traum.

Kopie von DSCF0533 Das Weltliche (der Mann und die Frau) wird mir keine befriedigenden Antworten auf meine   Fragen geben können – hier brauche ich nicht zu suchen. Aber die Religion (hier der Buddhismus, repräsentiert von den Mönchen), die viele (richtige) Antworten geben kann, hilft ebenfalls nicht weiter, solange man sich nur nach den Dogmen und Theorien richtet. (Dass die Mönche so schnell verschwanden bedeutet, dass es auch nicht ihre Absicht war, mir einen eindeutigen Weg aufzuzeigen). Letzten Endes müssen wir den WEG gehen – selbst, jeder für sich und unter Umständen mit vielen Umwegen. Und letzten Endes kennen wir den WEG, denn wir alle befinden uns in unserer Heimatstadt … immer.

Hatte der Mönch im Traum mir also gar nicht weitergeholfen? Doch! Denn wenn ich auf dem richtigen WEG sein würde, würde ich es daran erkennen, dass das, was ich erfahre, übereinstimmen wird mit dem, was der Mönch mir beschrieb.

Was für ein schöner Traum.

Mit METTA

„Phra“ Michael

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