… und auch solche Dinge geschehen …

Ja, ich denke, es war eine schöne freie buddhistische Hochzeitszeremonie, die ich am vergangenen Wochenende in Erlangen zelebrieren durfte – alle waren sehr zufrieden, vor allem (und das ist die Hauptsache) das Brautpaar.

Und eigentlich wollte ich an dieser Stelle posten, was mir auf der Heimfahrt für Gefühle und Gedanken kamen, und die ich direkt im ICE von Nürnberg nach Essen in meinen Laptop eingab. Darüber, dass es sich schon irgendwie merkwürdig anfühlt, für eine Stunde und zwanzig Minuten zwei wildfremden Menschen etwas zu schenken, was für den Rest ihres Lebens von Bedeutung sein wird … um dann zurück zu fahren, nach Hause, und die Autos, Häuser und Menschen ziehen an einem hinter dem Zugfenster vorbei, lauter Schicksale – freudige und traurige … fremd und doch vertraut … und man selbst … ist doch nur ständig auf der Reise – von Bahnhof zu Bahnhof, from cradle to grave …

Doch will ich von etwas anderem schreiben: Als ich heim kam fand ich in meinem Postkasten einen DHL-Abholschein vor – und wunderte mich, da ich nichts bestellt hatte. Allerdings kam ich auch erst am gestrigen Dienstag dazu, zur Post zu fahren, um das Paket abzuholen.

Als ich es zuhause öffnete, kamen ein wunderschöner Messingbuddha und eine Karte zum Vorschein. Erst jetzt kam ich auf die Idee, einmal auf den Absender zu schauen: Das Paket war von einer lieben Teilnehmerin meiner Metta-Dhammayana Dharmagruppe, die leider aufgrund einer Krebserkrankung nicht mehr teilnehmen konnte – worüber sie sehr traurig war, hatte ihr der Kurs doch viel bedeutet.

Die Karte war nicht von ihr persönlich, sondern von einem ihrer Kinder geschrieben. M. hoffe, der Buddha würde einen schönen Platz bei finden; den Kursbeitrag solle ich bitte nicht zurück überweisen, aber sie würde sich freuen, wenn ich sie noch einmal im „Lebenshaus“ besuchen käme. Ich fühlte Schweißperlen sich auf meiner Stirn sammeln, denn das „Lebenshaus“ ist ein Hospiz nahe Münster.

Es war M. offensichtlich ein großer Wunsch, mit mir noch ein wenig Zeit zu verbringen, durch mich vielleicht ein wenig Trost in den Worten Buddhas zu finden, bevor sie diese Welt verlässt. Das hat mich tief berührt und sprachlos gemacht. Fühlte sich dieser Wunsch doch als noch größeres Geschenk an, als der Messingbuddha. Und so war das Erste, was ich heute tat, mich auf mein Fahrrad zu schwingen und zum „Lebenshaus“ zu radeln. Dort angekommen eröffnete man mir, M. sei bereits am Montagabend verstorben -.-

Sie hatte mir ein Abschiedsgeschenk gemacht, und gehofft und vielleicht darauf gewartet, dass ich zu ihr käme – vergebens. Während ich in Erlangen zwei Menschen in ihr gemeinsames Glück führte, lag sie bereits im Sterben … und ich konnte ihr einen ihrer letzten Wünsche nicht mehr erfüllen. Nicht einmal ihren Angehörigen kann ich meine Kondolenz ausdrücken, da man mir im Hospiz keine Namen geben konnte … Datenschutz.

Nein, Vorwürfe mache ich mir keine. Die Dinge geschehen nun einmal, wie sie geschehen … und ich war nun einmal in Erlangen, als das Paket eintraf, und so ging es erst am Dienstag zu. Aber es bleibt das dumpfe und irgendwie leere Gefühl, für einen Menschen nicht da gewesen zu sein, als er mich brauchte.

Und mir bleibt nur, was ohnehin tägliche Praxis ist: Loslassen und in den Moment zurückfließen, Geist und Körper entspannen, lächeln, und mir und allen Wesen Metta senden … in heiterer Gelassenheit, wissensklar und achtsam … und in dem Wissen: Auch solche Dinge geschehen …

Sabbe sankhara aniccam – alles ist vergänglich

DSCF0692
R.I.P.  _/\_

Advertisements

(K)eine Reise zu mir selbst

Alles, was hier ist, ist auch anderswo;

und was hier nicht ist, ist nirgendwo

(Saraha)

 

DSC00138Der Pauenhof am Niederrhein. Eigentlich Pfauenhof, weil hier in früherer Zeit Pfauen gezüchtet wurden. Wie wurde aus „Pfauenhof“ der „Pauenhof“? So genau weiß man es nicht. Aber eines ist sicher: Es ist ein besonderer Ort, DSC00137dieser, wenn man an ihm vorbei fährt,  unscheinbare Hof. Und viel weiß man nicht wirklich über ihn. Im zweiten Weltkrieg haben die damaligen Betreiber vielen jüdischen Bewohnern aus dem Umland erfolgreich Versteck und Schutz vor der Nazi-Verfolgung gewährt. Was nach dem Krieg geschah, ist mir nicht bekannt. Vor etwa zwanzig Jahren übernahm „Michel“ den Hof, damals zurückgekehrt von einer Reise aus Indien und Nepal, wo er mit dem buddhistischen „Glauben“ und insbesondere dem tibetischen Buddhismus in Berührung kam. Er gründete zusammen mit einem tibetischen Lama das Meditationszentrum „Dharmasala“.

 Mythologisch wird der Pfau als ein Tier beschrieben, das weniger an den Schönheiten des Waldes als an den Giftpflanzen interessiert ist. Diese sucht er und nimmt sie zu sich. Das Besondere ist, dass der Pfau, indem er Gift frisst, immer noch schöner wird, da er in der Lage ist, die schädliche Substanz umzuwandeln und für sich zu nutzen. Das ist die besondere Eigenschaft des Pfauen, und sie wird als Symbol für den Bodhisattva und seinen Umgang mit Leiden gewählt. Ein Bodhisattva ist ein Mensch, der sich auf dem Weg zur

Bodhisattva-Statue

Bodhisattva-Statue

Buddhaschaft zum Wohle aller Wesen befindet. Eine solche Person ist in ihrem Geist so eingestellt, dass sie eigene Leiden an Körper und Geist als etwas Geringes auffasst, als etwas nicht weiter Beachtenswertes. Die Leiden der anderen dagegen empfindet sie als unerträglich, und sie sieht es als ihre hauptsächliche Verantwortung an, diese Leiden zu beheben. Der Geist eines Bodhisattva ist sehr weit. Er hat ein großes Verantwortungsgefühl und nichts anderes im Sinn, als die Wesen von ihren Qualen zu erlösen. Deshalb setzt er das Glück der anderen über das eigene Wohl. Wenn eine Person mit einer solchen altruistischen Motivation selbst Schwierigkeiten erlebt, benutzt sie diese als Mittel, um das Leiden der anderen zu verringern.

 Für mich ist der Pauenhof der Ort, an dem ich meinen ersten buddhistischen

*smile*

*smile*

Lehrer traf, der meinem Weg – bis dahin dem Soto-Zen gewidmet – eine neue Richtung verlieh: Die des Theravada. Und es ist erstaunlich, welche Veränderung sich hierdurch in meinem Leben manifestierte. Das „Umswitchen“ von der Strenge des Zazen und den peinlichst genau einzuhaltenden Ritualen des japanischen (und spürbar von der Samurai-Tradition geprägten) Zen, in welchem alles, aber auch wirklich alles haargenau strukturiert ist, und der dem Geist keine Chance lässt, sich vom gegenwärtigen Moment zu entfernen, hin zur Meditation der Liebenden-Güte und der Einsichtsmeditation, mit Mönchen als Lehrern, die teilweise sogar ihre Roben einfach nur „irgendwie“ anlegen (obwohl es durchaus auch da bestimmte Formen einzuhalten gäbe, die aber zugunsten der achtsamen Entfaltung des Geistes und im Sinne der Befreiung von Anhaftungen an Regeln geflissentlich vernachlässigt werden), und die – im Gegensatz z.B. zur thailändischen Tradition (die ich als Mönch vor Ort erleben durfte) sogar auf Niederwerfungen und Rezitationen verzichten … alles im Dienste der wohlverstandenen Achtsamkeit. Diese wirklich aufrecht zu erhalten erfordert Disziplin und Hingabe genug – da bedarf es keiner Rituale mehr – im Gegenteil werden sie allenthalben lästig.

Ein Hauch von Tibet

Ein Hauch von Tibet

Dies ist also der Ort, an den ich immer wieder einmal zurückkehre, regelmäßig ein oder zwei Mal im Jahr, und nun, aufgrund meiner Zeit im Kloster in Thailand und der Prüfung zum psychotherapeutischen Heilpraktiker, zum ersten Mal wieder nach fast zwei Jahren. Früher kam ich für Retreats (= „Exerzitien auf buddhistisch“), heute, um – ohne Lehrer – für einige Zeit in Klausur (seclusion) zu gehen – 10 Tage ohne Internet (jedenfalls weitgehend), ohne Telefon, ohne Musik, ohne sinnloses Geschwätz (mit Ausnahme von dem in meinem Kopf *smile*) – nur Sitzmeditation, etwas Sport, Taichi / Qi Gong, Gehmeditation, gelegentlich etwas Zen-Flöte spielen, einfach nur so dasitzen, kochen essen, urinieren, defäkieren, schlafen. Und es ist immer

Tibetische Gebetsmühlen

Tibetische Gebetsmühlen

wieder ein wenig wie ein nach Hause kommen. Die Reise dorthin ist lang, 3 Stunden mit dem Zug, dann noch einmal fast 45 Minuten mit dem Rad. Und dann: Ankommen … sich auf die Bank im Innenhof setzen, eine Pfeife rauchen und die Atmosphäre und – vor allem – die Stille wirken lassen.

 Es ist eine merkwürdige Form gespannten Friedens, die mich ein jedes Mal durchdringt. Gespannter Friede … augenscheinlich ein Widerspruch, und doch: Es ist ein Gefühl von Frieden, DSC00123eines Friedens, der nichts erwartet, und eine Gespanntheit, ob es gelingen wird, diese erwartungsfreie Absichtslosigkeit aufrecht zu erhalten. Was erwartet mich? Werde ich in liebevoller Annahme (weiter) verweilen können, auch wenn plötzlich eine Großgruppe hier eintrifft, um ein Wochenend-Seminar abzuhalten? Denn das passiert beizeiten – und ist auf der Homepage nicht angekündigt, sodass es für mich immer wieder eine Überraschung ist. So auch dieses Mal: Eine Gruppe von etwa 30 Gestalttherapeuten trifft am Samstag ein. Eine Art „Supervisionsgruppe“, die aber mit Spiritualität nichts zu tun hat. Stattdessen verbreiten sie eine große Unruhe und sind sehr laut – nicht zuletzt, weil sie abends draußen nett beisammen sitzen, literweise Wein in sich hineinschütten und zur Gitarre das Lied von den Moorsoldaten „singen“ (es sei erwähnt, dass auf dem Hof grundsätzlich Alkohol- und Drogenverbot herrscht …). Für mich eine erste Herausforderung … bin ich doch dorthin gekommen, um Stille zu genießen. Und es erscheint fast mottohaft, wenn man unweigerlich x-Mal am Tag folgendes Schild passiert:

"Es ist nicht der Lärm, der Dich stört - Du bist es, der den Lärm stört!" (Ajahn Chah)

„Es ist nicht der Lärm, der Dich stört – Du bist es, der den Lärm stört!“ (Ajahn Chah)

Kaum ein Satz begleitet mich intensiver auch in meinem Alltag. Denn so ist es: Dinge welcher Art auch immer geschehen aufgrund einer inneren Stimmigkeit, im Rahmen einer kosmischen Harmonie. Was immer jetzt ist, hat seine Berechtigung aus sich selbst heraus, da zu sein – Geräusche, Düfte, Schmerz, Emotionen. Sie entstehen, weil ihre Entstehensbedingungen vorlagen. Erst mein Widerstand „stört“ diese kosmische Ordnung, weil „Ich“ die Dinge anders haben will, als das ewige Prinzip von Ursache und Wirkung es vorsehen. Und auf eine merkwürdige Weise durchdrang mich dieses Mal diese Erkenntnis, erreichte das im Kopf Verstandene mein Herz … und ich spürte keinen Widerstand gegen die lärmende Gruppe. Ich ließ sie gut sein.

 Zur Wand sitzen

Die ersten Meditationen verliefen mäßig. Erwartungsgemäß. Denn nach all dem, was sich in den letzten 15 Monaten bei mir ereignet hatte, war es klar, dass mein Geist ein wenig Zeit benötigte, zur Ruhe zu kommen. Und sind es nicht zuletzt die „schlechten“ Meditationen, die uns am meisten lehren? Vipâssana-Meditation bedeutet, sich selber zu erkennen. Und die vielen Gedanken, die uns scheinbar von der tiefen Meditation abhalten, sind unsere Lehrmeister. Sie zeigen uns, wo unsere Anhaftungen liegen, was wir nicht loslassen können (denn es ist Unsinn zu sagen, dass uns etwas „nicht loslässt“ – es sind immer wir, die die Dinge nicht loslassen *smile*). Vipâssana-Meditation beginnt nicht mit dem Erreichen von jhânas (Meditationstiefen), mit dem Aufkommen eines Gefühls von Freude, Glückseligkeit und Frieden; vipâssana beginnt mit der bewussten Wahrnehmung der so genannten Hindernisse, die uns davon, in die tiefe Versenkung zu kommen, abhalten. Insoweit gibt es in der vipâssana keine schlechte Meditation! Wenn man in diesem Bewusstsein (und vor allem ohne die Absicht oder Erwartung, in tiefe jhânas zu gelangen) sich auf das Kissen setzt, beruhigt sich der Geist irgendwann von allein. Überhaupt geschieht alles in der Meditation von allein – nichts wird produziert, nichts herbeigeführt … die Geistesruhe kommt, oder sie kommt nicht … der Widerstand gegen die Unruhe erzeugt Unruhe, der Gleichmut gegenüber der Unruhe erschafft Gleichmut.

DSC00111Und so verbrachte ich den gesamten dritten Tag meiner

Amithaba-Buddha - der Buddha unendlichen Mitgefühls

Amithaba-Buddha – der Buddha unendlichen Mitgefühls

seclusion in einer kleinen runden, von Bambus umgebenen Nische des Hofes vor dem Bildnis des Amitabah-Buddha vor einer weißen Wand. Ganz, wie es im Zen üblich ist. Und nachdem ich mir nach einigen Stunden auch im Herzen darüber klar wurde, dass es um nichts dabei geht, hier zu sitzen, dass es nichts zu erreichen gilt und den Buddha betrachtete in einem Bewusstsein, dass das „einfach nur so da und sein Selbstzweck ist“, ja, dass es gar keine Meditation gibt und niemanden, der meditiert, und auch keinen Bambus und keinen Buddha und keine Fliegen und keine Mücken und keinen Schmerz und keine Emotionen … schloss ich die Augen und war angelangt im … „Jenseits“. Nichts mehr da. Nur Erscheinungen ohne Namen, nur noch Begriffe ohne Inhalt, nur noch Empfindungen ohne jede Bedeutung – sogar die sagenhaft tief empfundene Freude war nicht von geringstem Belang. Den Rest des Tages verweilte ich in dieser wundervollen Stimmung. Und dann, am nächsten Morgen, setzte ich mich in der Gewissheit auf mein Kissen, dass der heutige Tag sich ebenso gestalten würde. Und damit saß ich … mit dem Kissen in der Falle: Anhaftung! *laaaach* Nur mit Mühe konnte man das, was ich da betrieb, als Meditation bezeichnen. „Nun, lass es gut sein!“

 „Offene Weite …“

Meine kaputten Bandscheiben machten sich kurz darauf wieder bemerkbar. Und im Nachhinein frage ich mich, ob das völlig ausgelegene Lattenrost meines Bettes dafür verantwortlich zeichnete, oder … mein Kopf. Meditationen von einer Stunde Länge ohne auch nur die kleinste Bewegung waren nach bereits vier Tagen kaum mehr möglich, was mich verdross. Und je mehr ich mich meiner Ungeneigtheit hingab, desto größer wurde auch der Schmerz in meinem Rücken. Da waren sie wieder, meine alten Muster und Strukturen, der „Widerstand gegen das, was ist“. Es half naturgemäß wenig mir zu sagen: „Es sind nur Gedanken … ich vergebe mir und nehme mich liebevoll an.“ Eines meiner Ziele des Aufenthaltes auf dem Pauenhof war es freilich, die Meditationsform der „Vergebungsmeditation“ so weit zu ergründen, dass ich sie auch weitergeben kann (denn diese Form der Meditation ist von ungeheurer Kraft und geeignet, psychisch labile Menschen in schwere Depressionen zu stürzen. Sie bricht alles auf, sprengt alte Muster und Strukturen und zurück bleibt ein Gefühl völliger Leere. Nur in Begleitung eines erfahrenen Lehrers kann diese Leere dann in etwas Positives transformiert werden und ein sanfter Übergang stattfinden zur Meditation der Liebenden-Güte.) Die beste Meditationsform aber bringt nicht weiter, wenn sie nicht im Herzen spürbar ist. Und so legte ich sie beiseite und verlegte mich aufs Schauen. Nur sitzen und schauen, und den beizeitenDSC00107 heftigen Gewittern mit Blitz und Donner beim Geschehen zusehen. Und den Duft von nassen Kornfeldern und Kuhdung wahrnehmen … mich bezaubern lassen – oder besser (wie es Dr. Wolf-Dieter Storl treffend sagt): Mich entzaubern lassen, frei von Konzepten die Dinge so-sein lassen. Mich begeistern lassen von der Natur. Nur sitzen und schauen. Es war sicherlich keine klassische Meditation, wie ich sie an meine Schüler weitergeben würde, die ich da praktizierte, und gleichwohl war es eine Art von Meditation – eine, die mich in eine etwas andere Stille führte, die die Stimmen in meinem Kopf klar und deutlich werden ließ, wenn sie kamen, so dass ich sie verstand. Und eine, die Tränen fließen ließ.

 „Wer noch niemals in der Meditation geweint hat,

der hat auch noch nie meditiert“

(Ajahn Chah)

Offene Weite

Offene Weite

Shikantaza - einfach nur so sitzen

Shikantaza – einfach nur so sitzen

Mein neuer Lehrer

Darf ich vorstellen? Mein neuer Lehrer: „Ajahn“ Raphael *smile*

DSC00141

Einer meiner häufigsten „Lehr“sätze lautet: „Wer weiß, wofür es gut ist?“ Und so begab es sich aufgrund meines Rückens, dass ich weitaus weniger Zeit auf dem Kissen verbrachte, als einfach nur damit, in Gehmeditation durch den Garten des Hofes zu lustwandeln, inmitten von Buddhas und Stupas, Obstbäumen und Brennnesseln (die übrigens auch frisch gepflückt sehr lecker schmecken *smile*).

DSC00122DSC00124

Kein Kommentar *smile*

Kein Kommentar *smile*

Und oft begegnete ich dabei einer der festen Bewohnerinnen des Hofes, Yana (was amüsanter Weise auf Pali „Der Weg“ bedeutet), und ihrem Sohn Raphael, der während meines Aufenthaltes ein Jahr alt wurde. Und es zeigte sich, was geschehen kann, wenn man den Dingen einfach ihren Lauf lässt.

Die Vier Edlen Wahrheiten habe ich verstanden. Das Bedingte Entstehen habe ich verstanden. Die drei universellen Charakteristika anatta (Nicht-Selbst), anicca (Vergänglichkeit) und dukkha (das Wesen des Leids) habe ich verstanden. Ich verstehe mich auf Meditation und auf vieles mehr. Aber: Verstehe ich mich auch darauf, einen Grashalm oder einen Legostein 10 Minuten lang zu begutachten und zu erforschen? Verstehe ich mich darauf, was immer ich in meinen Händen halte, einem fremden Menschen darzureichen? Ihn an der Neuentdeckung teilhaben zu lassen? Verstehe ich mich darauf, alles immer wieder als neu und unbekannt zu betrachten; allem zu erlauben, mich immer wieder auf’s Neue zu verzücken und zu faszinieren? Kann ein Kieselstein mich in seinen Bann ziehen? Oder eine Fliege? Verstehe ich mich darauf, zu lachen, wenn ich fröhlich bin? Und zu weinen, wenn ich traurig bin?

 „Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch:  Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“ (Ev. nach Markus, Kapitel 10.13-16)

 Die Erlebnisse mit „Ajahn“ (so nennt man eigentlich anerkannte buddhistische Lehrer *smile*) Raphael brachten mir auf eine sehr subtile Weise eine Art Heilung. Und es rührte mein Herz an, als ich erfuhr, was der Name Raphael bedeutet: „Gott heilt“.

 Wohin geht die Reise?

Sicher nicht dahin, wohin wir glauben, dass sie führt; und schon gar nicht

Treppen, die ins Leere führen ...

Treppen, die ins Leere führen …

dorthin, wohin wir wollen. Brücken führen ins Nichts, Treppen steigen auf in die Leere … und nur, wenn wir verstehen, dass das Nichts und die Leere unser Ziel ist, haben wir eine Chance, es zu erreichen.

Brücken, die ins Nichts führen ...

Brücken, die ins Nichts führen …

Wer nicht suchet, der findet. Der Rückweg ist der Hinweg, der Hinweg ist der Rückweg. Der Aufbruch ist das Ankommen, das Ankommen der Aufbruch. Kaum eines der Ziele, die ich mir für die 10 Tage gesetzt hatte, hatte ich erreicht. Und doch habe ich vermutlich mehr gelernt, als ich mir „erhofft“ hatte. Das Wetter war so unbeschreiblich wechselhaft wie meine Stimmungen und Emotionen – in 10 Tagen gab es Sturm, Gewitter, Dauerregen, strahlenden Sonnenschein mit über 30°C, fast tropisch anmutende drückende Schwüle … eigentlich alles, was man sich vorstellen kann,  bis auf Schnee *smile*. So ist das Leben. So ist der Weg.

 Auf einen abgerissenen Zettel, den ich in meiner Jackentasche auf der Rückfahrt im Zug fand, notierte ich:

„Blick auf die Klemme einer Halterung am Fahrrad. In der Peripherie: Bewegung und Geräusch – einfach nur so. Warum sollte die Zugfahrt  so bald wie möglich enden? Sie könnte meinethalben noch Stunden dauern – lass mir nur den Blick auf diese Klemme … dann kann sie Ewigkeiten überdauern. Auf ihre Weise tut sie das ja ohnehin. Die Kunst, so scheint mir, ist, sich zu freuen auf das Ende, und den Weg zu würdigen, und sich zu erfreuen am Weg, ohne sein Ende zu verdrängen. Leben ist Sterben. Sterben ist Geburt – welch freudvolle Harmonie im Frieden der Vergänglichkeit.“

 DSC00148DSC00147

Wer kein Ziel hat, der kann sich auch nicht verlaufen …

DSC00112

Selbst-Reflexion

„Die Seele nährt sich nämlich von dem, wovon sie isst,

entweder von dieser Welt oder vom Geist Gottes“

(Makarios, christlicher Mystiker)

 Einige Tage ist es nun bereits her, dass ich schließlich jene wichtige Prüfung absolviert habe, die mich so lange Monate in Atem gehalten hatte. Es war eine Zeit, in der mein gesamter Fokus sich darauf ausrichtete, psychiatrische Erkrankungen zu erkennen, zu benennen, woran man sie erkennt, ob ihre Ursache hirnorganisch oder „reaktiv“ ist, wie man sie behandelt – psychotherapeutisch (und wenn, mit welcher Methode) oder pharmakologisch oder beides, welche Wirkung Psychopharmaka haben, welche Gefahren sie bergen und … und … und …

Und nun? Noch immer spüre ich die Nachwirkungen dieser vielen Monate, noch immer erwische ich mich dabei, wie ich beim Kaffeekochen in Gedanken das Neurosenmodell von Freud durchgehe oder woran man ein Alkoholentzugssyndrom erkennt. Noch immer bin ich getrieben und fühle mich gehetzt vom viel zu schnellen Zeitablauf, der es nie erlaubt, alles zu erledigen, was man sich zu erledigen vorgenommen hat. Von Freude oder Entspanntheit nach einer bestandenen Prüfung keine Spur. Vielmehr kommt mir in den Erinnerung – und der Sinn ist mir selten so offensichtlich geworden wie jetzt – was Goethe seinen Faust hat sagen lassen:

 Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor

 Amüsanter Weise trifft alles hiervon auf mich zu. Und nun? Ich habe meinen Geist mit viel, viel Wissen ange“reich“ert, aber wo ist meine Geistesruhe hin? Wo das tiefe Empfinden für das All-Eine, die allumfassende Liebe, das Wesen der Dreifaltigkeit, das Spüren der wortlosen Wurzel des Tao in mir, des Wahren-Wesens der zehntausend Erscheinungen? Wo ist all das hin, was ich in meinen Blogeinträgen ebenso aus tiefstem Herzen wie in meinen Kursen zu Meditation und meinen Broschüren und meinem Buch den Menschen zugänglich zu machen versuche?

Zwei Tage habe ich diese Fragen mit mir herumgetragen, und auch dieses Gefühl von Zerrissenheit, fast Traurigkeit – ich hatte gewissermaßen meine Seele an den Teufel, den Diabolos, den „Durcheinanderbringer“ (das ist ja die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Teufel) verkauft. Vielleicht ist das der Grund, warum keine rechte Freude aufkommen will in mir. Ich habe über Jahre hinweg erlebt, wie es ist, weitgehend losgelöst von Luxus, Geld, Prestige und Ehre zu leben, mich zu bescheiden, habe meinen Schülern immer wieder gesagt: „Sammelt nicht zu viel Wissen an – es führt zu nichts“. Damit war ich in eine wundervolle gleichmütige Grundhaltung gelangt. Doch die Beschäftigung mit den Ausbildungsinhalten hat mich dort völlig herausgerissen. Mein Ego jauchst und jubiliert und tanzt in meinem Bauch und meinem Kopf und stampft dabei wie Rumpelstilzchen all das Glück und den Frieden und die Freude, die ich in der Formlosigkeit gefunden hatte, in den Boden. Ja, sogar jetzt, in diesem Augenblick, da ich dieses hier schreibe, schreibt mein Ego und lässt mich glauben, es wäre der Michael, der tief erkannt hat und wieder einmal seinem Ego auf die Schliche gekommen ist. So perfide funktioniert unser Ego, dass es um des Selbsterhaltes Willen sogar vortäuscht, besiegt zu sein und stellt sich tot. „Der „Phra“  Michael, der ehemalige buddhistische Mönch Michael, der Lehrer für Meditation und Buddhismus hat mich überwunden – ich strecke die Waffen“. Solange aber noch ein Hauch von „Phra“ oder Meditationslehrer oder Lehrer für Buddhismus in mir ist, hält das Ego das Zepter in der Hand!! Und des Ego Fahne hat einen neuen Stern erhalten, mit dem Namen „psychotherapeutischer Heilpraktiker“…

Es ist eine enorm wichtige Erkenntnis zu sehen, wie sehr unser Geist wieder zurückfällt in die alten Strukturen und Muster des „Formweltlichen“. Und wie geht man damit um? Nun, ich nehme alsbald die Arbeit an meiner Broschüre über die Vergebungsmeditation wieder auf, die ich jahrelang praktiziert habe. Und genau an dieser Stelle sollte ich anknüpfen: Die Art, wie mein Geist auf die Ereignisse der letzten 12 oder 15 Monate nun reagiert, ist normal. Er reagiert, wie er es gelernt hat, er frisst, was man ihm zu fressen gibt – gibt man ihm Weltliches, nährt er sich von Weltlichem, gibt man ihm Geistiges, so nährt er sich von Geistigem. Es ist unser Überlebenstrieb, der Drang, uns zu behaupten in der Gesellschaft, der uns immer und immer wieder dahin treibt, uns selbst vor Augen zu halten, wie toll, wertvoll, wichtig, gelehrt, gebildet, gut aussehend, erfolgreich etc wir sind. Sollen wir unser Ego für diesen Überlebenstrieb verurteilen? Oder wollen wir ihm verzeihen?

Ich habe mich für Letzteres entschieden – ich werde loslassen den Stolz auf und die Freude über die bestandene Prüfung, werde nicht wieder anbeten das goldene Kalb, sondern mich einfach wieder auf mein Meditationskissen niedersetzen, mit verschränkten Beinen, den Köper gerade aufgerichtet, die Achtsamkeit mir gegenwärtig haltend, und achtsam eben einatmen und ausatmen. Lang einatmend, wissen: «Ich atme lang ein»; lang ausatmend, wissen: «Ich atme lang aus». Kurz einatmend, wissen: «Ich atme kurz ein»; kurz ausatmend, wissen: «Ich atme kurz aus». «Den ganzen (Atem-)Körper empfindend, mag ich einatmen», (…) ; «Den ganzen (Atem-)Körper empfindend, mag ich ausatmen», (…). «Die (Atem-)Körper-Funktion beruhigend, mag ich einatmen», (…);«Die (Atem-)Körper-Funktion beruhigend, mag ich ausatmen», (…) Ebenso wie (…) ein geschickter Drechsler oder Drechslergeselle, wenn er lang anzieht, weiß: «Ich ziehe lang an»; wenn er kurz anzieht, weiß: «Ich ziehe kurz an», – ebenso, (…), weiß da der Mönch, wenn er lang einatmet: «Ich atme lang ein»; lang ausatmend wissen: «Ich atme lang aus». (…) Die zehntausend Dinge betrachtend in ihrem Werden, die zehntausend Dinge betrachten in ihrem Vergehen. Unabhängig, und ohne an irgendetwas anzuhaften“ (frei nach der Lehrrede des Buddha über die Atemachtsamkeit in der Übersetzung vom ehrw. Nyanaponika)

Und ich sehe mit Freude meiner Wiedergeburt ins Formlose entgegen – inshallah

Mit Metta

„Phra“ Michael

Getting lost …

Kürzlich war ich in meiner Heimatstadt unterwegs mit dem Fahrrad. Und obwohl ich sie nach 45 Jahren kenne wie meine Westentasche, ergab es sich, dass ich mich verfuhr. Ich befand mich auf vollkommen unbekanntem Terrain und hatte nicht die geringste Ahnung, wie ich wieder in Richtung Stadtzentrum gelangen würde. Ich fuhr und fuhr, mal nach Norden, mal nach Süden, mal nach Westen, mal nach Osten – aber nichts von dem, was ich sah, kam mir im Entferntesten bekannt vor. Irgendwann blieb ich stehen und überlegte, was ich denn nun tun sollte. Und wie ich da so mit meinem Fahrrad stand, sah ich eine Frau und einen Mann in einiger Entfernung, die sich unterhielten, und ich dachte darüber nach, sie einfach nach dem Weg zu fragen. Aber irgendetwas hielt mich noch davon ab. Doch plötzlich sah ich da fünf buddhistische Mönche, die, sehr eiligen Schrittes (fast schon im Laufschritt), eine Straße in Richtung eines Gebäudes überquerten. Ich dachte bei mir: „Ok, die werde ich jetzt nach dem Weg fragen.“ Ich fuhr zu ihnen hin, bat sie kurz anzuhalten, sie blieben etwas unwillig stehen, und ich fragte sie – da sie offensichtlich Asiaten waren auf Englisch – nach dem Weg. Einer von ihnen begann in erstaunlich gutem Englisch, mir den Weg zu beschreiben. Die Sache hatte nur einen Haken: Er beschrieb mir den Weg rein theoretisch, so, als habe er aus einem Reiseführer auswendig gelernt, wie man ins Stadtzentrum gelangt, nannte die Straßennamen, erklärte, an welchen Gebäuden und Parks man vorbei käme … alles hoch präzise. Nicht aber sagte er mir, wo genau wir uns überhaupt befänden und in welche Richtung ich mich von hier aus auf den Weg machen müsse. Nach seinen Ausführungen eilten die Mönche in das Gebäude – und ich stand wieder da … so schlau wie vorher. Und auch der Mann und die Frau waren inzwischen verschwunden. In diesem Moment erwachte ich aus meinem Traum.

Kopie von DSCF0533 Das Weltliche (der Mann und die Frau) wird mir keine befriedigenden Antworten auf meine   Fragen geben können – hier brauche ich nicht zu suchen. Aber die Religion (hier der Buddhismus, repräsentiert von den Mönchen), die viele (richtige) Antworten geben kann, hilft ebenfalls nicht weiter, solange man sich nur nach den Dogmen und Theorien richtet. (Dass die Mönche so schnell verschwanden bedeutet, dass es auch nicht ihre Absicht war, mir einen eindeutigen Weg aufzuzeigen). Letzten Endes müssen wir den WEG gehen – selbst, jeder für sich und unter Umständen mit vielen Umwegen. Und letzten Endes kennen wir den WEG, denn wir alle befinden uns in unserer Heimatstadt … immer.

Hatte der Mönch im Traum mir also gar nicht weitergeholfen? Doch! Denn wenn ich auf dem richtigen WEG sein würde, würde ich es daran erkennen, dass das, was ich erfahre, übereinstimmen wird mit dem, was der Mönch mir beschrieb.

Was für ein schöner Traum.

Mit METTA

„Phra“ Michael

– ohne worte –

Er saß einfach nur da. Den Rücken gerade aufgerichtet, die Beine gekreuzt; die Hände ruhten in seinem Schoß. Regungslos wie eine Buddha-Statue. Fast wie in einem Stupor, und doch hellwach dabei und sich bewusst, dass er sich bewegen könne, wenn er wolle. Doch da war kein Wollen. Da war nichts.

 Er saß da, und hatte das Gefühl, jede einzelne seiner Körperzellen gleichzeitig empfinden zu können, jede Sehne, jeden Muskel, jeden Knochen, jeden Strom, jeden elektrischen Impuls in diesem Körper. Diesem Körper, den er nicht als „seinen“ erfuhr, sondern nur als „seiend“. Völlige Stille und Leere. Selbst, wenn ein Gedanke aufblitzte, sah er nur das Entstehen und das, was aus ihm heraus entstand – und verging.

 Überhaupt erfuhr er alles nur noch als ein Werden und Vergehen. Erfuhr er alles nur noch als Geräusch, als Duft, als Empfindung, als Geschmack, als Gefühl, als Gedanken – hinter all den einzelnen Wahrnehmungen war – – – Leere. Leere, in die er hinein zu schmelzen schien. Jeder Atemzug nur eine Bewegung innerhalb der Bewegung des Kosmos – gleich einem Streichholz, das inmitten eines brennenden Holzscheits sich entzündet.

 Das Leben in ihm war nicht er und nicht getrennt von ihm. Nichts war er, und nichts war getrennt von ihm. Bis ihm war, als sei er „selbst zu einem Verb geworden“. Da war nur noch „denken“, „atmen“, „empfinden“ … Abläufe im leeren Raum – einem raumlosen Raum. In einer grenzenlosen Harmonie, die ihn erfüllte – – – aber nicht mit Freude (über diesen Zustand war er hinaus), sondern mit nichts. Sie erfüllte ihn einfach nur, wie ein Odem, der ihm schenkte, was wir „Leben“ nennen.

 Angst befiel ihn von Zeit zu Zeit. Inmitten jener unübertroffenen Infriedenheit – – – Todesangst. Er ließ sie sein. Es war nur „fühlen“. Doch niemand da, der „fühlte“. Da war „lächeln“, doch niemand da, der lächelte. Und auch niemand da, der Frieden empfand, und niemand da, der sich darüber bewusst wurde, sondern nur „sich bewusst sein“.

Auch solche Dinge geschehen …

Eine wahre Geschichte

Ein guter Freund von mir berichtete mir vor Jahren von einem Ereignis, das ich heute hier einmal wiedergeben möchte:

Mein Freund spielte in den 70er Jahren in einer Rockband, mit der er in Deutschland sehr erfolgreich war. Er sagte, es sei eine schon „heftige“ Zeit gewesen, wenngleich er sie rückblickend wohl als die Schönste seines Lebens betrachte. Diese wundervolle Zeit wurde noch dadurch gekrönt, dass die Frontfrau und Sängerin der Band und er sich unsterblich ineinander verliebten – sie wurde ein Paar. Er habe, so sagte mein Freund, weder vorher noch nachher je so sehr geliebt, wie er diese Frau geliebt habe.

Die 70er Jahre waren eine Zeit, in der bekanntlich auch Rauschmittel in oft nicht unerheblichem Umfang konsumiert wurden – das zog natürlich auch an der Band nicht vorbei. Als einzige jedoch ging die Freundin meines Freundes irgendwann dazu über, auch zu „drücken“. Mein Freund beobachtete das mit Sorge, war aber außerstande, sie davon abzubringen. Mit dem Ergebnis, dass sie einige Monate nach Beginn der Beziehung und einigen erfolgreichen Band-Tourneen mit Anfang Zwanzig an einer Überdosis Heroin verstarb.

Flag Bunting, TIbet Mein Freund fiel in eine schwere Depression, zog sich über ein Jahr lang vollständig von allem und jedem zurück und wollte sich schon das Leben nehmen. Doch dann erinnerte er sich, dass sich zu jener Zeit viele junge Leute nach Indien und Nepal begaben, um dort bei diversen Gurus „Erleuchtung und endgültige Befreiung vom Leid“ zu erlangen. So dachte er bei sich: „Ok, umbringen kann ich mich auch immer noch. So geht es jedenfalls nicht weiter! Ich mache mich auf den Weg nach Indien.“ Und so geschah es auch.

Nach einiger Zeit ziellosen Herumirrens in Indien machte er die Bekanntschaft eines „Hippies“, dem er von seinem Schicksalsschlag erzählte und von dem unermesslichen Leid, das er seither in sich trage. „Ich glaube“, sagte der Hippie, „ich kann Dir helfen. Es heißt, in Nepal wandere ein alter tibetischer Mönch, ein Schamane, von Dorf zu Dorf, um dort den Menschen mit seinen Weissagungen und Ratschlägen ihr Leid zu nehmen und Glück zu bringen. Vielleicht versuchst Du einfach einmal, ich zu finden. Er kann Dir sicher helfen.“

Also machte mein Freund sich auf den Weg nach Nepal. Da niemand wusste, wo der alte Mönch sich jeweils eben aufhielt, reiste er ihm über Wochen hinterher, bis er ihn schließlich und endlich in einem kleinen Bergdorf fand. Erleichtert und voller Freude reihte mein Freund sich in die Warteschlange vor dem auf dem Boden in der Dorfmitte sitzenden Mönch. Als er endlich an der Reihe war, berichtete er über einen Dolmetscher dem Mönch, was ihm widerfahren sei, wie schlecht es ihm gehe und bat ihn eindringlich und verzweifelt um Hilfe.

Der Mönch hatte aufmerksam zugehört, nahm ein kleines Ledersäckchen zur old monk nepalHand, schüttelte es lange, murmelte irgendwelche Formeln und schüttete den Inhalt des Säckchens schließlich auf seiner vor ihm ausgebreiteten Robe aus. Zum Vorschein kamen Knochen, Hölzchen, Steinchen, Zähne und mehr, von denen der Mönch immer einmal ein Teil in die Hand nahm, es begutachtete und wieder zurücklegte; dabei nickte er verständnisvoll und murmelte etwas Unverständliches. Nach einiger Zeit wurde mein Freund etwas ungeduldig und bat den Dolmetscher den Mönch zu fragen, ob er noch mit einer Antwort rechnen könne. Der Mönch atmete tief durch und sprach: „Du hast mich um Rat gefragt, und so soll es sein. Ich werde Dir mitteilen, was die Götter Dir ausrichten lassen.“ Meinem Freund schlug das Herz bis zum Hals. Der Mönch schaute ihm liebevoll lächelnd in die Augen und sprach: „Auch solche Dinge geschehen.“ Dann packte er eilig seine Sachen zusammen und verschwand. Das sollte es gewesen sein? Dafür war mein Freund diesem alten Mönch wochenlang hinterher gereist? Völlig frustriert und tief traurig ging er auf sein Hotelzimmer und schlief irgendwann an.

Am nächsten Morgen erwachte er auf merkwürdige Weise frisch und erholt. Und er erinnerte sich an die Worte des Alten: „Auch solche Dinge geschehen.“ Und plötzlich verstand er. „Ja natürlich“, dachte er, „das ist es! «Auch solche Dinge geschehen» … !“ Eilig und in einem Zustand höchsten Friedens und Glücks kehrte er umgehend nach Deutschland zurück, wo er ein buddhistisches Meditations-Zentrum aufbaute, das er bis heute betreibt.

Was war geschehen? Viel unspektakulärer hätte die Aussage des alten Mönches doch gar nicht mehr ausfallen können. Das hatte auch mein Freund zunächst gedacht. Doch plötzlich verstand er, dass all die Dinge, die im Universum geschehen – der Regen, die Sonne, die Wolken, das Blühen der Blumen, das Aufgehen des Mondes, Geburt und Tod, Liebe, Freude, Hass und Verzweiflung, Erhalt und Verlust – einfach geschehen. Sie geschehen, ohne dass dort irgendetwas zu erblicken sei, das mit uns „persönlich“ zu tun hätte. Es ist nicht „mein“ Sonnenaufgang, es ist nicht „mein“ Vollmond am Nachthimmel, und ebenso wenig ist es „meins“, wenn ein Mensch in mein Leben tritt, den ich liebe, und ebenso wenig ist es „meins“, wenn dieser Mensch wieder geht. „Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen“ – weil die Zeit dafür da war. Dies in Liebe anzuerkennen ist liebevolle Annahme. Den Dingen zu erlauben, da zu sein.

Ja, was immer geschieht: «Auch solche Dinge geschehen» 🙂

Mit Metta

„Phra“ Michael

Götterdämmerung

Sonnenfinsternis_0569

Erhabene Stille des Nichts

Wo keine Sehnsucht

     und keine Hoffnung

     und kein Wünschen

sich berauscht

am Sein.

 

Und kein Suchen.

 

Traumloser Traum

nach Aufgabe des Letzten

Nur noch Nichts

Nichts im Norden, Nichts im Süden,

Nichts im Westen, Nichts im Osten

Nichts oben, Nichts unten

 

Zwischen „Jenes“ und „Ich“ nur Nichts

Durchdrungenheit

Ein letztes Schweigen

in der Gestorbenheit

Erhabene Belanglosigkeit

des Nennbaren

Fühlbaren

Spürbaren

 

Verschmolzen in umfassender Sinnlosigkeit

friedvoller Sinnlosigkeit

belebender Sinnlosigkeit

die keines Sinns entbehrt

Willkommenheißen

den Tod und Schmerz und das Verderben

die Liebe und Zärtlichkeit und die Geburt

und allem gleichzeitig ins Auge blicken

 

                  Entworden               

dem Schein des scheinbar Unscheinbaren

 

Angekommen im

„Nie gewesen und nie nicht gewesen“

Jenseits –

in den Abgrund gestürzt

– dem Erhabendsten alles Erhabenen –

und ganz tot.

endlich unendlich

nur für den Moment

oder für die Ewigkeit

Hurrah!

Der Buddha mit dem Puderzuckerhut :)

DSCF0588

So sah es gestern auf meinem kleinen Balkon aus. So sieht es eigentlich jedes Jahr irgendwann einmal auf meinem Balkon aus. Und jedes Jahr mache ich erneut ein Foto davon, weil dieser Anblick immer wieder auf’s Neue  mein Herz erwärmt.

Vielleicht ist es das Gefühl, absoluter und bedingungsloser Annahme, das der Buddha in solchen Momenten auszustrahlen scheint – er sitzt einfach da, sommers wie winters, unberührt von Hitze, Kälte, Schnee, Regen, Sturm und Hagel … Stund‘ um Stund‘ … gleichviel ob man ihn wahrnimmt oder nicht.

Es ist dies übrigens nicht der „historische“ Buddha Gautama, sondern der Amithaba Buddha (aus der chinesischen Ch’an-Tradition), der Buddha des „Reinen Landes„, der Buddha der unendlichen Liebe und des unendlichen Mitgefühls. Und es drängt sich die rhetorische Frage auf: „Wer voll von Liebe und Mitgefühl ist, kann einen solchen jemals frieren?“ Insoweit ist dieses Bild von einem besonderen Symbolcharakter, denn ist es nicht auch an uns, in einer oft sich so kalt und unerbittlich darstellenden Welt ein warmes Herz zu bewahren? Ein warmes Herz, das uns in die Lage versetzt, unseren Mitwesen von dieser Liebe und Wärme einen Großteil abzugeben? Ja, einen Großteil, denn wenn es uns gelingt, vollends in uns zu ruhen, dann sind wir in der Liebe und brauchen sie nicht mehr … wir brauchen nicht mehr die Liebe, nach der man gesucht hat, denn man hat die Liebe erlangt, die da ist. Kingt komisch, ist aber so 😉

Der vorherige Artikel handelte von „Wundern“, und hier möchte ich das Sätzlein bringen: „Liebe bewirkt Wunder.“ Und so wundert es mich nicht, wenn es buddhistischen Mönchen gelingt, im Schnee des Himalya „oben ohne“ und behängt mit nassen Tüchern zu meditieren. Wen die Liebe bis in die kleinste Körperzelle durchdringt, der kennt keine Kälte mehr.

Auf dass uns stets ein warmes Herz beschieden sei!

Es sendet Euch METTA – Namo Amidha Butsu _/\_

„Phra“ Michael

Die Zeit hat mich überholt …

Mal ganz unbuddhistisch – aber vielleicht einfach mal nur menschlich

Es ist der 2. Januar, und es scheint, als habe die Zeit mich überholt.

"Verfall"

„Verfall“

Da war Weihnachten, da war Silvester und Neujahr … und irgendwie … zog es an mir vorüber … und ist jetzt schon nicht mehr wahr – so wie alles, was war.

Ich habe mir Vieles im www zu Gemüte geführt in den letzten 10 Tagen: Weihnachtswünsche, „Guten-Rutsch“-Wünsche, Neujahrswünsche, schöne Musik, traurige Musik, besinnliche Musik, tolle Bilder, bei denen sich die Menschen richtig was gedacht haben … auf facebook, auf diversen Blogs, in privaten Mails … Interessante Dinge las ich dort, Fröhliches, Erbauliches, Trauriges, Nachdenkliches …

Doch in diesem (respektive letzten) Jahr … kam von mir … nichts. Ok, fast nichts.

Wie jedes Jahr wollte ich einen Newsletter schreiben und einen Artikel – mindestens einen – auf meinem Blog (schließlich mein erstes Weihnachten und Jahreswende mit einem eigenen Blog …), mit vielen tiefen und auch liebevollen Gedanken zum Thema Weihnachten oder Jahreswechsel, Dinge zum ständigen Geborenwerden von Moment zu Moment, zum Jetzt-Sein, zu Shiva, dem Gott der Zerstörung und des Neubeginns und auch zur Illusion der Zeit … ja, die Illusion der Zeit … und nun hat sie mich überholt – ausgerechnet sie. Meine  Weihnachtsmails, Weihnachtskarten (auch virtuelle), meine lieben Wünsche zum neuen Jahr und vieles mehr sind untergegangen im gnadenlosen samsara von Arbeit, Hektik, Kranksein, Behördenkram, Zeit mit der Familie verbringen, Lernen für meine Prüfung im März und so weiter und so fort.

Und nun? Nun ist der 2. Januar – und es ist zu spät für all das Schöne, Tiefe, Liebevolle, das ich mit-teilen wollte. Erledigung durch Zeitablauf, so nennt es der Jurist in seiner wundervoll trockenen Art. Ich nenne es: Die Zeit hat mich überholt! Und es schmerzt den Buddhisten tief in seiner Brust, ein solches Wörtlein zu sagen …

Und doch: Vielleicht war es einfach einmal Zeit, nichts zu sagen. Vielleicht war, wie ich die „Heilige Zeit“ und den Jahreswechsel erlebte, nichts weiter als eine symptomatische Erlebniswelt, die zeitigt, wie – bei allem X-Mas und Gedöns – die Dinge einfach weiterlaufen … halt von Moment zu Moment. „Nun hat uns der Alltag wieder“, hört man oft. Ich bin ihn die ganze Zeit nicht losgeworden – – – eine Chance? Vielleicht war ich in diesem Jahr dadurch dem Obdachlosen auf der Straße ein Hauch weit näher – denn auch er kann seinem Alltag nicht entfliehen, nicht an Weihnachten, nicht an Silvester. Und vielleicht war es das, was die „Feiertage“ mich in diesem (respektive letztem) Jahr lehren wollten: „Du wirst den Geruch der Straße nicht los!“ Die Dinge sind, wie sie sind – am 23.07. ebenso wie am 24.12. oder 01.01. – alles andere ist … Trugschluss.

Doch unbeschadet all des macht es mich … traurig … wie es dieses Jahr gelaufen ist – so ohne Weihnachtsstimmung und all dem. Vielleicht weil ich das Gefühl habe, dass ein weiteres Mal ein Stück meiner Kindheit zu Grabe getragen wurde … ein Stück einer schönen Illusion … die Sehnsucht welche auch ich mir als praktizierender Buddhist einfach einmal herausnehme, und die ich nicht loslassen kann, noch will! Die Sehnsucht nach einer heilen, liebevollen Welt.

Aus einer überholten Zeit wünscht Euch, schöne Weihnachten verbracht zu haben und ein glückliches neues Jahr.

„Phra“ Michael

PS: Ich erfuhr heute auf der Arbeit, dass ein sehr lieber Arbeitskollege in der Silvesternacht einem Herzanfall erlegen ist, den er tags zuvor erlitten hatte – mit 31 Jahren. *seufz* – auch solche Dinge geschehen. R.I.P.

Wahrheit oder Schweigen?

Namasté 🙂

Als ich über die „Silas“, die buddhistischen ethischen Vorsätze, schrieb, kommentierte ich zu 5. Nicht lügen:

„Die Unwahrheit zu sagen beinhaltet mehrere Dinge:

1. Die Anstrengung, sich etwas auszudenken, das für den Empfänger plausibel klingt und dies dauerhaft aufrecht zu erhalten

2. Die Angst davor, dass die Wahrheit ans Licht kommt (Bestrafung / soziale Ächtung)

3. Scham, wenn die Wahrheit ans Licht kommt

4. eventuell auch Unrechtsbewusstsein.

 All dies erzeugt beim Lügenden Verspannungen und Verkrampfungen in Geist und Körper, Ursache für unbehagliches Gefühl, für Begehren, Anhaftung und somit Leid. Und Leid ist Ursache für Gewalt gegen uns selbst oder andere. Bemerkenswert: Selbst wenn das Unrechtsbewusstsein fehlt („Notlüge“ etc) bleiben noch 3 Leid begründende Komponenten übrig. Der Geist ist hingegen sehr friedvoll und ruhig, wenn man sich stets „einfach nur“ der Wahrheit hingibt“.

 In aller Regel findet sich irgendwo in den Lehrreden des Buddha immer eine Antwort auf eine Frage – man muss nur lang genug suchen. Eine Antwort habe ich jedoch nicht gefunden, die auf die Frage: „Ist Verheimlichung = Lüge?“

All das, was ich oben erwähnte, bezieht sich ja auf das aktive Mitteilen einer bewusst unwahren Tatsachenbehauptung. Wie aber verhält es sich, wenn man sich dem Anderen gegenüber bewusst gar nicht äußert, obwohl man es könnte? Der „Tatbestand“ einer Lüge ist damit zunächst einmal nicht erfüllt.

Schauen wir vielleicht zunächst auf die Motivation des Verschweigens. Die Grundmotivation ist sicher die gleiche wie die des (aktiven) Lügens, nämlich die Vermeidung, dass eine Tatsache ans Licht kommt. Zwei Interessen können dahinter stecken:

1] sich selber davor zu bewahren, einen wie auch immer gearteten Nachteil zu erfahren oder sich einen Vorteil zu sichern

2] eine andere Person davor zu bewahren, einen irgendwie gearteten Nachteil zu erfahren oder ihm einen Vorteil zu sichern

Zudem, denke ich, ist es wichtig, dieses Verschweigen von Tatsachen nicht isoliert zu betrachten; wie verhält es sich zu den anderen Silas?

Was 1] angeht, kann man, wie ich meine, sehr schnell zu dem Ergebnis kommen, dass es sich hier um ein „egobezogenes“, eigennütziges Verschweigen handelt, das immer unheilsam ist. Wenn man mit sich im Reinen ist, liebevoll annimmt und frei davon ist, materielle oder emotionale Dinge zu erlangen oder zu sichern, wird man nichts verschweigen müssen. Tut man es dennoch, führt es zu einer Nährung des Egobewusstseins und ist somit unheilsam. Ich denke, darauf muss man nicht allzu tief eingehen.

Was 2] angeht, gilt es zu betrachten, worin ein möglicher Nachteil oder Vorteil bestehen kann. Lassen wir das rein Materielle einmal außen vor und betrachten den klassischen Fall einer Freundschaft oder Partnerschaft. Was also, wenn es im Interesse des Anderen zu sein scheint, ihm eine Information vorzuenthalten, damit dieser keinen Schmerz erfährt oder aber in der irrigen Annahme bleibt, dass er sich in einer glücklichen Situation befindet.

Beispiel 1: A verliebt sich in B in der Annahme, dass B auch in A verliebt sei. C, Freund von A, weiß jedoch, dass B definitiv kein Interesse an A hat, will ihm aber die Hiobsbotschaft nicht übermitteln.

Beispiel 2: A, liiert mit B, hatte einen Seitensprung, ohne jedoch, dass dabei irgendeine emotionale Beteiligung eine Rolle gespielt hätte. Im Gegenteil liebt A B nach wie vor, möchte B aber „die Wahrheit ersparen“.

Das sind nur zwei Beispiele, man könnte sich noch jede Menge weiterer ausdenken und benötigte hierfür nicht einmal viel Phantasie. Was aber tun? Einerseits ist man in der Verpflichtung, dem Anderen gegenüber offen und ehrlich zu sein. Andererseits aber auch, dem Anderen kein Leid zuzufügen. Ein Dilemma …?

Wie beurteile ich das Thema aus buddhistischer Sicht? Nun, ich bin ein großer Freund der so genannten „teleologischen Auslegung“, also der Auslegung nach dem Sinn und Zweck einer Regel (oder im Fall der Silas, einer Empfehlung). Sinn und Zweck jeder der Empfehlungen ist es zunächst einmal, innere Spannung und Verkrampfung zu vermeiden. Laut Buddha sind wir zwar dem Anderen gegenüber zu Liebender-Güte angehalten, jedoch weist er immer wieder darauf hin, dass wir erst grenzenlos lieben können, wenn wir mit uns selbst im Reinen sind, anders ausgedrückt: Wenn wir, so sehr wir uns auch in den Anderen hineinversetzen, beim Gedanken an den Sachverhalt und dessen Verschweigen keinerlei innere Zerrissenheit, Spannung und Verkrampfung spüren, keinerlei „eigentlich müsste ich ja, aber …“, sind wir im Reinen.  Somit ist die innerliche Spannung eine Art Indikator für das richtige, das harmonische Handeln. Wenn wir ganz im reinen sind, anders ausgedrückt: ganz in der Liebe sind, werden wir dazu in der Lage sein, dem anderen die Wahrheit zu sagen, um ihm dann Mitgefühl und Liebende-Güte zu schenken und ihm dadurch zu helfen, mit der Situation umzugehen. Aus der eigenen Feinfühligkeit und Liebe zum Mitmenschen und der Ehrlichkeit gegenüber sich selber mag sich also im Einzelfall die Antwort ergeben.

Ich persönlich denke, es gibt hier sicher kein allgemeines Maß, und vermutlich geht es auch Euch wie mir, denn ich habe das Gefühl, dass hierzu noch einiges zu sagen wäre. Ich würde mich freuen, wenn Ihr es tätet 🙂 und bin gespannt auf eine interessante und bereichernde Diskussion.

Mit Metta

„Phra“ Michael